Öl in Emlichheim

Öl in Emlichheim

Eng verbunden mit dem Emslandplan war die Ölförderung. Einige der Ölfelder, die bis heute ausgebeutet werden, liegen in der Grafschaft Bentheim. Der Ort Emlichheim, wo 1944 erstmals Öl gefördert wurde, hat vom „schwarzen Gold“ stark profitiert. Seit den 1950er-Jahren werden bis heute jedes Jahr gut 150.000 t Öl gefördert. Der Wandel des Ortes durch die Ölindustrie hat 1952 auch Aufsehen auf emsländischer Seite erregt. Ein Zeitungsbericht der Ems Zeitung schildert eindrücklich und durchaus auch etwas keck und frech die Lage. So heißt es, dass bevor die Wintershall-AG ihren ersten Bohrturm aufgestellt hätte, es „keine drei Dutzend Leute in Deutschland“ gegeben habe, die sich um Emlichheim gekümmert hätten. Emlichheim wurde mit dem Begriffen „Heide, Moor und Sand“ klassifiziert. „Nichts für Männer mit Fortschrittsbestrebungen“. Nun kam aber der Wandel mit der Ölförderung und „Tanks und Maschinenhäuser wuchsen aus dem Sandboden“. Es wurden die Ölförderanlagen, die „Nickers“, gebaut. Insgesamt arbeiteten zu dieser Zeit 500 Personen auf dem Ölfeld, wobei hiervon 95 % Flüchtlinge aus „Königsberg, Danzig, Stettin und aus dem pommerschen Hinterland“ waren. „Ihnen ist das Moor die neue, ungeliebte Heimat geworden“ heißt es im Bericht. Aufgrund dieser neuen Mitbürger habe der „Briefträger auf ostpreußische und pommersche Familiennamen“ umlernen müssen. So überspitzt vieles in diesem Bericht dargestellt wurde. Eines wird trotzdem deutlich: Der Auf- und Umbruch in der Emslandplanzeit hat die Region und viele Orte stark verändert. Über den Wandel in Emlichheim gibt es seit Dienstag, 2.9., eine Ausstellung, die diese Veränderungen mit Fotografien und Informationen darstellt. Mehr Informationen unter: https://www.heimatfreunde-emlichheim.de/
Fotos: Heimatfreunde Emlichheim; Ems Zeitung 01.07.1952