Mentalität

Mentalität

Der Emslandplan wurde von einer Mentalität getragen, die oftmals das Moor als „Feind“ ersonnen hatte. In der Werkszeitschrift „Stikker un Oplegger“ des Heseper Torfwerkes und der Torfwerk Annaveen GmbH erschien in der Ausgabe September/Oktober 1957 ein Bericht mit dem Titel „Der Sieg über das Moor“. Hier werden zunächst die Widrigkeiten bei der Moorkultivierung beschrieben, ehe auf den Emslandplan eingegangen wird. Daher ist das Ende dieses Beitrages aufschlussreich, weil er die Haltung zum Moor wie im Brennglas verdeutlicht: „Aus dem einsamen, abgelegenen Emsland wurde eine landwirtschaftlich wertvolle Provinz, die durch Straßen, Schienenstrang und Kanäle ihren Anschluß an die deutsche Gesamtwirtschaft gefunden hat.“ Dieser Sieg über das Moor ist aber im Kern teuer erkauft, denn „Brauchtum, Mundart, Denkweise, landwirtschaftliche Technik, Hausbau und vieles andere“ habe sich verändern müssen. Ein „neues Emsland“ wuchs nun heran, „manches Eigenartige an Landschaft und Mensch“ sei verschwunden und habe „jener Form des Lebens“ Platz gemacht, „welche die moderne Zeit hervorgebracht hat“. So gestaltete sich der „Sieg über das Moor“ – vollständige Veränderungen von Landschaft und den Lebensumständen der Menschen: Ein neues Emsland.